Die Reurbanisierung war neben der baulichen Sanierung zentraler Bestandteil des ganzheitlichen Modernisierungskonzepts zur Gartenstadt Atlantic. Damit wurde die von Rudolf Fränkel beabsichtigte Mischnutzung von Wohnanlage, integrierten Gewerberäumen und kulturellen Angeboten aufgegriffen. In diesem Zusammenhang sei die von Fränkel entworfene und 1929 eröffnete Lichtburg erwähnt, die das kulturelle Herzstück der Gartenstadt Atlantic war. Sie beherbergte neben dem Großkino für 2000 Zuschauer ein breites Spektrum an Vergnügungs- und Freizeitangeboten und war bis zum Zweiten Weltkrieg eines der beliebtesten Unterhaltungszentren Berlins.
Rund 60 Jahre später - nachdem die Lichtburg 1970 abgerissen worden war - ging es bei der Reurbanisierung des Quartiers um die Schaffung eines Mikrokosmos, der sich vom 1997 vis-à-vis errichteten Shoppingkoloss abgrenzen und überleben musste.
Für eine gelungene Mischung aus Kleingewerbe und Kiezkultur wurden die innen- und außenräumlichen Potentiale untersucht, Gewerbeeinheiten zusammengelegt, Hauseingänge verschoben und Kellerdecken abgerissen. Das betraf zuerst die Gewerbeeinheiten am neu geschaffenen Platz an der Behmstraße als Entrée zur Gartenstadt Atlantic und Zone urbaner Kommunikation. Hier wurde das Veranstaltungszentrum Lichtburgforum eingerichtet, das vorhandene Café erweitert und zum Platz hin geöffnet, öffentliche Sitzgelegenheiten und die Installation Phantom Lichtburg platziert.
Andere Gewerbeeinheiten wurden nach den Bedürfnissen vorhandener Mieter (Kindergarten, Arztpraxen) und im Hinblick auf eine Zielkundschaft umgebaut, zu der selbstständige Dienstleister und Künstler gehören. Dazu zählen das Atelier Günther Uecker, das Atelier bf-Design, sowie die Wohnateliers von Nan Hoover und der Polnischen Akademie der Schönen Künste.
Nachdem namhafte Wirtschaftsunternehmen als Förderer gewonnen werden konnten, entstanden außerdem thematische Lernwerkstätten, in denen bis heute aktive Jugendarbeit betrieben wird: Kunstvermittlung in der Lernwerkstatt Museum in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Museen zu Berlin, musikalische Früherziehung im Klingenden Museum, die Lernwerkstatt PC und die Lernwerkstatt Natur und Wissenschaft.
2008 wird die Modernisierung der Gartenstadt Atlantic von der Berliner Architektenkammer zu den herausragendsten Bauprojekten der letzten zehn Jahre ernannt. Im Jahrbuch der Berliner Architektenkammer wird Claudia Lux, Direktorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, wie folgt zitiert:
"Gartentadt Atlantic - ein Phänomen, das mir durch seine Geschichte lebendig wird und ohne dieses Wissen Nicht-Weddingern kaum auffallen würde. Ein unsichtbarer Filmpalast ist in Gedanken damit verbunden. Sichtbarer Wohnwert für einen armen Stadtteil mit grünen Gartenhöfen. Frühstücksrestaurant, Theater und Hertha-Tradition schaffen Aufenthaltsqualität auf dem schön gestalteten Platz. Wunderbar die Veränderung toter Ecken zum bewohnbaren öffentlichen Raum. Eine Umgestaltung für neues Wohnen als 'Gesundbrunnen' der Seele".
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