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GARTENSTADT ATLANTIC - MODERNISIERUNG

2000-2005 wurde die Gartenstadt Atlantic, eine Wohnsiedlung am Gesundbrunnen in Berlin-Wedding einer Komplettmodernisierung unterzogen. Sie war 1925-1929 nach den Plänen des Architekten Rudolf Fränkel (1901-1974) erbaut worden, der mit dem Gartenstadtmodell eine reformative, sozial und kulturell motivierte Siedlungskonzeption verfolgt hatte. Als bau- und kulturhistorisches Zeugnis steht die Gartenstadt Atlantic seit 1995 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Die Sanierung erfolgte in zwei Bauabschnitten mit jeweils vier Modernisierungsstufen, umfasste insgesamt 49 Häuser mit 496 Wohnungen (37.500 qm) und 25 Gewerbeeinheiten (2.500 qm) und belief sich auf ca. 32 Millionen Euro. Die übernommenen Leistungsbilder reichten über die üblichen Architektenleistungen hinaus. Als Generalplaner und mit Übernahme der Projektsteuerung und Mieterbetreuung konnte jedes Haus innerhalb der festgesetzten Kernbauzeit von 7 Wochen modernisiert werden.

Bei der umfassenden Wohnungsmodernisierung waren die Grundrissoptimierung (Bad- und Küchenaufteilung), die komplette Erneuerung der Haus- und Elektrotechnik und die Umstellung auf Zentralheizung die aufwändigsten Aufgaben. Im Rahmen notwendiger Dachstuhlerneuerungen wurde die Chance zusätzlicher Wohnflächen genutzt, sodass sechs Penthouse-Maisonnette-Wohnungen und drei Atelierwohnungen entstanden. Die Fassadensanierung stellte sich im Hinblick auf Denkmalschutz einerseits und Energiesparmaßnahmen andererseits als anspruchsvolle Aufgabe heraus. Während an den bauhistorisch besonders exponierten Stellen die Originalfenster und -türen beibehalten wurden, entschied man sich bei den Wohnungen für moderne Holz-Isolierglasfenster, deren Profilierung und Sprossen nach dem Vorbild der originalen Doppelkastenfenster gestaltet wurden. Als zentrales Charakteristikum der Gartenstadt erhielten auch die Außenanlagen eine sorgfältige Wiederherstellung und behutsame Neuorganisation. Neben der Neustrukturierung der Vorgärten wurden die Innenhöfe mit Sitzbänken, Spielplätzen und Fahrradständern neu ausgestattet und ihre historische, parkähnliche Struktur dabei erhalten.
Eine Sondersanierung erhielt ein Haus der Wohnanlage (Heidebrinker Str. 15), das mit Zuschüssen der Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Bestandsdokument originalgetreu restauriert wurde. Dabei unterscheidet es sich vor allem durch den Fassadenputz, der wie damals mit Glimmerquarz angereichert wurde, sodass die farbliche Wirkung der Fassade je nach Lichteinfall changiert.

2008 wird die Modernisierung der Gartenstadt Atlantic von der Berliner Architektenkammer zu den herausragendsten Bauprojekten der letzten zehn Jahre ernannt. Im Jahrbuch der Berliner Architektenkammer wird Claudia Lux, Direktorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, wie folgt zitiert:
"Gartentadt Atlantic - ein Phänomen, das mir durch seine Geschichte lebendig wird und ohne dieses Wissen Nicht-Weddingern kaum auffallen würde. Ein unsichtbarer Filmpalast ist in Gedanken damit verbunden. Sichtbarer Wohnwert für einen armen Stadtteil mit grünen Gartenhöfen. Frühstücksrestaurant, Theater und Hertha-Tradition schaffen Aufenthaltsqualität auf dem schön gestalteten Platz. Wunderbar die Veränderung toter Ecken zum bewohnbaren öffentlichen Raum. Eine Umgestaltung für neues Wohnen als 'Gesundbrunnen' der Seele".
 
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